Wunder passieren auch …

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Vor kurzem habe ich euch schon berichtet, wie es aktuell um unseren Creche in Oswathini steht. Auch wenn Oswathini sicherlich in den letzten Monaten wegen des Erweiterungsbaus am meisten Aufmerksamkeit bekommen hat, so ist es ja nicht der einzige Ort, an dem wir einen Kindergarten unterhalten! Daher hier noch ein Update zu unseren anderen Creches, den von Ekukhanyeni unterstützenden Studenten und ein paar sonstige News …

KUYASA

Den Kuyasa Creche unterstützen wir nach wie vor mit Essen, Spielzeug und Kleidung. Momentan kommen allerdings nur gut 10 Kinder regelmäßig hier her, die Someni Zibula zusammen mit einer Küchenhilfe betreut. Zu Somenis Töchtern, Andile und Zinhle (die Ekukhanyeni ja beide auch bei ihrem Studium unterstützt) habe ich einen sehr guten Kontakt. Wenn Sie gerade keine Uni haben, treffen wir uns immer wieder mal im Creche.

NDUNDWENI

Den Creche in Ndundweni besuchen mittlerweile 40 Kinder! Themba, unsere langjährige Betreuerin, musste daher auch einsehen, dass das alleine nicht zu schaffen ist. Nun sind regelmäßig 2 Helferinnen dort, die ihr in der Küche und mit den Kindern zur Hand gehen. Trotzdem ist es nach wie vor ein wilder, ungezügelter und etwas chaotischer Creche. Aber vielleicht gerade deshalb sind die Kinder so begeisterungsfähig und liebenswert. Sie freuen sich immer riesig, wenn sie mein Auto schon von weitem sehen und kommen mir schreiend entgegengelaufen. Ich versuche jetzt schon seit Jahren ein wenig Ruhe, Disziplin und Sauberkeit reinzubringen. Themba versteht das aber nicht, und will nicht bevormundet werden. Sie ist die Frau eines Häuptlings und verfügt dadurch auch über ein gewisses Ansehen. Niemand kann über eine längere Zeit mit ihr arbeiten, weil sie das Sagen haben will. Aber sie ist lieb zu den Kindern, die haben eine Anlaufstelle und das ist letztlich wichtiger als Sauberkeit …. Schade ist nur, dass jegliches Spielzeug, seien es Bücher, Scooter, Puppen, Autos oder sogar eine Schaukel, innerhalb kürzester Zeit demoliert wird. Nicht böswillig, aber eigenwillig, weil nicht jedes Teil 40 Mal vorhanden ist und ihnen das Teilen nicht beigebracht wird….

GQUGQUMA

Für den Gqugquma Creche haben wir über die Jahre immer wieder versucht, von der Regierung Zuschüsse zu bekommen, die leider nie kamen. Nun entsteht plötzlich neben der Gemeindehalle, in der unser Creche untergebracht ist, ein sehr großes Gebäude. Es gibt Gerüchte, dass es eine Schule und ein Kindergarten werden soll. Dann wäre die Frage, was mit unserem Creche passiert … Derzeit sind im Gqugquma Creche 18 Kinder, die Betreuerin Sarosia wird seit Februar von einer weiteren Erzieherin und einer Küchenhilfe unerstützt.

Studenten

Mittlerweile unterstützt Ekukhanyeni 11 Studenten in verschiedenen Stadien des Studiums und an verschiedenen Universitäten. Sie liegen mir sehr am Herzen, da sie sich wirklich Mühe geben und mich mit ihren Examens-Ergebnissen immer auf dem Laufenden halten. Sie kontaktieren mich oft, damit ich sie auch ja nicht vergesse. Wir unterstützen sie mit den Studiengebühren, den Transportkosten oder Mietkosten und nicht zu vergessen, mit den Lebensmitteln, die sie auch brauchen. Auf jeden Einzelnen hier einzugehen, würde den Rahmen sprengen. Jederzeit gebe ich aber gerne Auskunft. Auf jeden Fall sind es alles junge Menschen, die ohne unsere Hilfe niemals die Möglichkeit zu einem Studium gehabt hätten. Sie kommen aus sehr ländlichen Gegenden, sind fast alle Vollwaisen, die sich nach dem Studium einen guten Beruf
erhoffen, um sich eine Zukunft ohne Armut erarbeiten zu können.

Und sonst…

Neben der Betreuung der Creches und der Studenten beschäftigen mich hier natürlich noch eine Reihe weiterer Dinge. So fallen zum Beispiel auch Reparaturarbeiten an: An einem Tag regnete es ausnahmsweise mal wie aus Eimern, und schon platzte in Oswathini eine Wasserleitung zwischen Außentank und Spülbecken. Eine Fontäne in der Küche, und draußen lief der Tank mit dem wertvollen Nass über.  Man versuchte, das Wasser mit Eimern aufzufangen, aber keiner wusste wie, man es abstellen sollte. Fließendes Wasser ist hier in den Häuser auf dem Land ja eher eine Seltenheit. Glücklicherweise war ich schon auf dem Weg zum Creche, so dass ich schnell den Haupthahn abdrehen konnte. Dann ein Foto gemacht, Zandile ins Auto gepackt und nachdem wir 3 „Baumärkte“ angefahren hatten, waren alle Utensilien beisammen. Wir Frauen haben dann gemeinsam das Problem, nach Stunden, gelöst. Wir waren alle pudelnass, haben viel gelacht und wollen jetzt alle Klempner werden! 😉 

Wunder passieren aber auch: Da fahre ich mit meinem großen, vollbeladenen Auto über eine steinige, sandige Straße. Ich war wohl ein wenig zu schnell, da ich sie schon 1000 Mal gefahren bin -, komme ins Rutschen, auf einen steilen Abhang zu und ich sehe mich schon kullern… Da hat mir der liebe Gott schnell einen etwa 1 m hohen kräftigen Baumstumpf in den Weg gelegt, der mein schweres Auto abgefangen hat. Ich kam aber aus eigener Kraft nicht mehr weg, der Wagen hatte sich verkeilt. Doch zum Glück kam 15 Minuten später ein netter Mann mit seinem kleinen Lkw vorbei, der ein Abschleppseil dabei hatte. Da beide Autos eine Anhängerkupplung haben, ist es uns mit vereinten Kräften gelungen, mich raus zuziehen. Gott sei Dank! Es gibt für mich keine Zufälle… Es war nur eine Warnung, in Zukunft langsamer zu fahren. Ich werde wirklich beschützt, darf es aber nicht überstrapazieren…

Wenn ich jetzt noch zu der politischen Lage in Südafrika was schreibe, würde es den Rahmen sprengen. Ich kann nur sagen, sie ist beängstigend und die Farmer bangen um die Enteignung ihrer seit Jahrzehnten erfolgreich betriebenen Farmen. Sollte das wirklich eintreten, ist das das nahende Ende dieses wunderschönen Landes – – -. Das wenige, das ihr in Europa in den Medien hört oder seht, ist nur die Spitze des Eisberges. Alle beten und hoffen und versuchen positiv zu denken, was nicht immer so einfach ist.

Auch ich mache weiter nach dem Motto: Wenn ich wüsste, dass die Welt Morgen untergeht, würde ich heute noch einen Obstbaum pflanzen.

… und ein privates Anliegen

Bevor ich nun vorab erst mal zum Schluss meines Berichts komme, noch etwas WICHTIGES in eigener Sache. Vor ein paar Wochen bekam ich die Info, dass das Haus in Wilnsdorf, in dem ich meine 20-qm-Wohnung mit Dusche und WC gemietet habe, verkauft wird. Das heißt, dass ich im Dezember / Januar, wenn ich wieder nach Deutschland komme, voraussichtlich ausziehen muss. Habe aber keine Ahnung
wohin dann mit meinem Krimskrams. Auch wenn ich die meiste Zeit des Jahres in Südafrika bin, brauche ich für die zweieinhalb Monate in Deutschland eine kleine Wohnung, wo ich mich zurückziehen und wohlfühlen kann, die aber auch nicht teuer sein sollte – . In welchem Ort auch immer, das ist mir egal. Versprochen: Ich bin auch der ruhigste Mieter, den man sich vorstellen kann, da ich kaum anwesend bin. 🙂 Also, wenn jemand etwas hört, lasst es mich bitte wissen! Vielen Dank!

Nun wünsche ich Euch einen wunderschönen Sommer und genießt die langen Abende im Biergarten. Hier ist es im Juli schon um 5 Uhr abends stockdunkel und kühl.

Es grüßt Euch ganz herzlich aus dem herbst-winterlichen Südafrika
Eure Helga Elisabeth Josche

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