Hallo liebe Spender und Freunde,
als Erstes wünsche ich uns von ganzem Herzen für das Jahr 2026 Gesundheit, viel Zuversicht, Gottes Segen, Frieden auf der Welt und alles Gute! Ein paar Tage vor Weihnachten bin ich wieder in Deutschland angekommen. Jetzt ist es an der Zeit, dass ich euch einen kleinen Rückblick auf das vergangene Jahr gebe, vor allen Dingen, was wir mit unseren, euren Spenden alles bewirken konnten.
Erst einmal ganz herzlichen Dank für die grosszügige finanzielle Unterstützung, ohne die meine Arbeit unter den Ärmsten der Armen in Südafrika, denen es nicht so gut geht wie uns, gar nicht möglich wäre.
Natürlich bin ich nicht abgeflogen, bevor ich nicht für alle Betreuerinnen, Lehrer, Kinder und Studenten wieder Vorsorge getroffen habe, damit sie über Weihnachten auf jeden Fall nicht hungern müssen und sich eventuell sogar noch einen kleinen Wunsch erfüllen können. Auch etwa 30 ganz arme Familien, auf die mich die Sozialarbeiterinnen oder der Häuptling aufmerksam machten, bekommen jeweils für 1.000 Rand (etwa 50 Euro) food parcels, Kleidung, Schuhe, Decken und sonstige lebensnotwendige Dinge.
Die Studenten brauchen einen Transportkostenzuschuss, damit sie heimfahren können. Ihre Mietkosten laufen weiter und Nahrung brauchen sie ebenfalls. Die sieben Betreuerinnen in der Kindertagesstätte und die sechs Lehrer in der Schule bekommen natürlich in meiner Abwesenheit ihre Gehälter weiter. Es ist ihre einzige Einnahmequelle.
Die rund 100 Kindergartenkinder bekommen täglich ein Frühstück und eine gute warme Mittagsmahlzeit. Die 85 Schulkinder, von denen viele auch ohne Essen kommen, werden ebenfalls versorgt. Sie benötigen ausserdem Bücher, Schreibhefte, Stifte und Uniformen, die für Schüler Pflicht sind.
Es ist alles, besonders die Grundnahrungsmittel, so unverhältnismässig teuer geworden. Viele Menschen, besonders die Kinder, hätten nichts zu essen, wenn wir mit unseren Spenden nicht helfen würden. Ich kann nicht oft genug DANKE sagen für eure Spenden, und ich erzähle ihnen auch, dass das Geld nicht von mir kommt, sondern von lieben Menschen in Deutschland, die ihnen helfen möchten.
2025 war wieder ein aufregendes Jahr, und die Zeit in Südafrika verging für mich wie im Fluge – mit vielen Höhen und Tiefen. Das Schulgelände musste aus Sicherheitsgründen eingezäunt werden, und ein abschliessbares Eingangstor wurde errichtet, um die Gebäude vor Einbruch zu schützen. Zweimal wurde schon eingebrochen, aber ausser einem Lederball und einem Drucker gab es nichts zu stehlen. Man probierte noch die Toiletten aus, die dann in einem unschönen Zustand hinterlassen wurden. Sie kennen das ja nicht, denn die meisten haben nur ein Plumpsklo in einem Bretterverschlag. Die Kinder benutzen die neuen Toiletten mit Begeisterung.
Ansonsten bin ich ganz zufrieden, wie die Betreuerinnen und die Lehrer liebevoll mit den Kindern umgehen und sie unterrichten!
Dringend brauchen wir in diesem Jahr noch zwei Klassenräume mehr, da die Anzahl der Kinder und die Anzahl der Stufen weiter wächst. Ausserdem haben die Lehrer nur ein kleines Holzhäuschen, wo sie zusammenkommen oder sich mit Angehörigen treffen können. Ein Lehrerzimmer also.
Ihr kennt mein Motto: „Bildung ist der sicherste Weg aus der Armut“ Das kann ich jetzt an den Studenten feststellen, die wir jahrelang unterstützt haben und die nun fertig sind. Mein ganzer Stolz gilt einem jungen Mann, der als Diplom-Elektro-Ingenieur eine gute, lukrative Stellung bekommen hat. Bei seiner Graduation wollte er mich als Ersatzmutter dabeihaben, da er keine Familie mehr hat. Seine Grossmutter, bei der er aufgewachsen ist, starb letztes Jahr.
Zwei junge Frauen und ein Mann sind Lehrer oder Sozialarbeiter geworden. Männer, denen wir den Führerschein ermöglicht haben, werden Security oder LKW-Fahrer usw. Es ist ausserdem sehr schwer, einen guten Job zu bekommen, da in Südafrika 60 % Arbeitslosigkeit herrschen. Es gibt keine staatliche Unterstützung, das heisst: keine Arbeit, kein Geld, keine Nahrung und oft auch kein Dach über dem Kopf. Es herrschen für uns kaum vorstellbare Zustände in den Hütten. Ich habe sogar 13 Matratzen gekauft und verteilt, weil ich es nicht mit ansehen konnte, wie sie hausen.
Sorry, aber ich finde oft keine anderen Worte. Secondhand-Kleidung, die ich von hier mitbringe, wird mir förmlich aus der Hand gerissen und sie sind so dankbar dafür. Es ist manchmal beschämend für mich, wenn ich daran denke, wie gut es uns doch geht und wie unzufrieden einige Menschen in Deutschland sind.
Was ich allerdings nicht begreife, ist Folgendes:
Mein Auto ist ein Toyota Hillux Doppelcap mit Canape, 23 Jahre alt und 380.000 km gelaufen. Ohne Auto wäre meine Arbeit nicht möglich. Ich brauche viel Platz für die Lebensmittel: 10kg Pakete Reis, Maismehl, Zucker, Dosenfisch, Bohnen, Sosse usw. Auch fahren manchmal 25 Kinder mit mir in dem Canape.
Nun hat mir jemand im November in die Heckscheibe geschossen. Tausende kleine Scherben zerbarsten. Da drei Scheiben dahinter und die Kopfstütze mich wohl geschützt haben, kann ich noch nicht einmal sagen, ob es während der Fahrt geschah.

Vor zwei Wochen bekam ich nun eine Nachricht aus Afrika geschickt, und man hat mir beide Vorderräder mit Felgen gestohlen, ohne das Auto abzustützen. Das Auto steht in meiner Abwesenheit im Convent, das eingezäunt ist und Security am Eingang hat. Ich wohne ja im Convent und bin froh, dass die Schwestern mal damit fahren, da es auch nicht gut ist, wenn es drei Monate herumsteht. Irgendjemand brauchte wohl dringend zwei Reifen – okay. Die Schwestern lassen es reparieren, das Geld muss ich aber schicken, sie haben nicht die Möglichkeit, es vorzustrecken.
Es ist und bleibt eine andere Kultur. Sie denken anders als wir und das muss man einfach respektieren. Und wer sagt, dass wir das non plus ultra sind? Jeder kann von jedem etwas lernen.
So, ich glaube, das reicht erst einmal an Neuigkeiten. In diesen Tagen werden noch neue Bilder in die Bildergalerie kommen. Es dauert alles etwas länger, da mein Laptop und mein Handy verrückt gespielt haben.
Es gibt so viel Not und Elend auf der Welt und so viele Menschen, die Hunger leiden, aber bitte bleibt EKUKHANYENI treu! Wir brauchen nach wie vor jeden Euro, wir können nicht einfach aufhören zu helfen. Die Menschen sollen nicht nur am Leben bleiben, sondern das Leben soll auch wieder lebenswert werden. Dann besteht für uns alle die Hoffnung auf eine bessere Welt.
Ich danke euch noch einmal ganz herzlich, auch im Namen der vielen Kinder und Erwachsenen in Afrika.
Mit liebsten Grüssen
Eure Helga
