Von den Erfahrungen anderer lernen

Bevor es nun wieder zurück nach Wartburg geht, noch ein letzter Beitrag – wer weiß wann ich wieder für länger ins Internet komme…

Im Juni habe ich eine dreiwöchige Tour durch Südafrika unternommen, um mir verschiedene Convents und Einrichtungen anzuschauen, von ihnen zu lernen und wichtige Kontakte zu knüpfen.

Ich bin zusammen mit einem jungen Farbigen gefahren, den ich vor zwei Jahren bei den Schwestern in Verulam/Ekukhanyeni kennengelernt habe. Er ist angehender Brother und wird von Convent zu Convent gerufen, wenn seine Hilfe gebraucht wird – hier sagt man „Handy-Man“ dazu. Und er hilft auch mir bei allen technischen Dingen, Autokauf etc. Er ist in Kapstadt geboren, aufgewachsen in Bloemfontain und kennt das Land sehr gut.

Mit ihm bin ich über die Gardenroute, East London, Port Elizabeth, Plettenberg, Stilbaai/Gansbaai, Strand bis nach Kapstadt gefahren. Dann rauf bis nach Namibia, wo eine verlassene Missionsstation in Grünau es mir angetan hat und ich am liebsten auch dort etwas aufgezogen hätte… Anschließend durch die Weiten der Karoo und die Stadt Kimberly wieder zurück ins Gebiet KwazuluNatal.

Bei dieser Tour habe ich viel von Südafrika gesehen, und ich war fasziniert von den ständig wechselnden Landschaften. Riesige Felsen wechseln sich ab mit öden, kilometerlangen Grasflächen, dann die Weingegenden mit jetzt herbstlich-bunten Rebstöcken, die herrlichen Strände und Buchten, die steilen Klippen und schwindelerregenden Pässe.

Aber vor allem habe ich auf dieser Tour viel gelernt. Vieles, was mir bei meiner Arbeit weiterhilft. Von den Schwestern in den Convents, in denen wir übernachtet haben. Und von Menschen, die ähnliche Projekte machen wie ich, die auch Spendengelder verwalten und verteilen. Schließlich will ich keine Gelder verschwenden und bin daher dankbar, wenn ich aus den Erfahrungen anderer lernen kann.

In Kimberley war zum Beispiel eine schwarze Ordensschwester, die erlebt hat, welche Auswirkungen falsch eingesetzter Donations haben können. Sie gab mir den dringenden Rat, nach Möglichkeit alles gleichmäßig zu verteilen, zumindest solange nicht genügend Gelder da sind, um alle mir Anvertrauten gleich zu unterstützen.

Auch dort haben wir im Convent gewohnt, dem eine große Schule und ein Kindergarten für über 100 Kinder angeschlossen sind. Drei pensionierte Ordensbrüder kümmern sich um die Straßenkinder, die ab 5 Uhr morgens eingesammelt werden, duschen und essen und am Unterricht teilnehmen können und eine Waschmöglichkeit für die Kleidung haben.

Am Kap habe ich eine Mitpilgerin vom Jakobsweg 2007 getroffen, die seitdem ebenfalls ihr Leben den Straßenkindern und misshandelten Frauen widmet, und wir haben diese Häuser besichtigt. Großartig, was sie dort tun.

Ich bin auch zu einigen kirchlichen Gruppen eingeladen worden, wo ich von meiner Arbeit berichte und erzähle, wie ich das Wasser mit meiner Biolight-Lampe aufbereite, und wie ich Kranken und Gesunden damit helfe. Für die meisten ist es unglaublich, weil man es nicht sehen kann.

Ich besuche auch immer wieder Altenheime, die dann mit großem Engagement für „meine“ Kinder Pullover, Jacken, Ponchos und Decken stricken. Oder einfach nur Quadrate, die sich dann zu allem möglichen zusammennähen lassen. Und für diese Aufgabe brauche ich dann wieder jemanden, der das macht.

Daher ist für mich jeder neue Kontakt wichtig. Gerade als Ausländer brauche ich die Menschen hier, um mir weiterzuhelfen. Ohne sie kann ich das, was ich vorhabe, nicht umsetzen. Doch wenn ich frage, dann bekomme ich jederzeit bereitwillig Hilfe.

1 Kommentar

  1. Liebe Helga, ich finde es sehr sehr beeindruckend wieviel Liebe und Energie Du weitergibst. Liebe Grüsse von Claudia

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